Diabetikervereinigung Heilbronn

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Diabetes mit 50 Plus

Diabetes mellitus tritt in jedem Alter auf. Die Veranlagung dazu kann vererbt sein. Die meisten Menschen, die die Diagnose nach dem 50. Lebensjahr erhalten, sind Typ-2-Diabetiker. Früher wurde das auch „Alterszucker“ genannt. In diesem Alter sinkt die Hormonproduktion im Körper (Wechseljahre) und die Insulinproduktion der Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) lässt nach.

Häufig gesellen sich in diesem Alter auch Fettstoffwechselkrankheit und Bluthochdruck dazu. Folgeerkrankungen wie Diabetischer Fuß, Nervenleiden oder Augenerkrankungen führen zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen.

Diabetes kommt wie ein Dieb?

Diabetes schleicht sich unbemerkt ein und ist nicht selten die Ursache einiger anderer Erkrankungen. Bis zu 7 Jahre können vergehen, bevor die Diagnose gestellt wird.

Viele Betroffene sind also unbemerkt jahrelang zuckerkrank. Das heißt, ihre Zellen werden nicht ausreichend mit der wichtigen Glukose versorgt. Doch sie kommen oft zum Hausarzt oder ins Krankenhaus wegen z. B. Gefühllosigkeit an Händen und Füßen oder Herzinfarkt. Dabei hätte Ihnen die richtige Einstellung des Diabetes zum richtigen Zeitpunkt vieles von dem erspart.

Wir empfehlen deshalb, dass Menschen, die in der Verwandtschaft Diabetes haben, mindestens einmal jährlich ihre Blutzuckerwerte, Fette und Blutdruck überprüfen lassen.

Ursache

Die Ursache liegt in der angeborenen oder erworbenen Insulinresistenz. Diese führt in jungen Jahren zu einer vermehrten Produktion von Insulin. Zuständig hierfür sind die Langerhansschen Inseln in der Bauchspeicheldrüse (Pankreas).

Im fortgeschrittenen Alter führt diese vermehrte Produktion dann zur "Erschöpfung" der Langerhansschen Inseln und das Insulin ist nicht mehr in ausreichender Menge vorhanden. Das kann durch jahrelange zu hohe Kohlenhydratzufuhr kommen oder einfach durch das Alter.

Vorbeugen kann man durch angemessene Ernährung und Bewegung. Man sollte Nahrungsmittel mit Zucker in hoher Konzentration vermeiden. Besonders Getränke wie Cola sind belastend

Insulin / Insulinresistenz

Insulin öffnet quasi die Zellen, damit sie die so wichtige Glukose aufnehmen können. Bei zu wenig Insulin, steigt der Blutzuckergehalt im Blut an und führt zu Folgeerkrankungen, wie einer Erblindung oder einem diabetischen Fuß bis hin zur Amputation.

Bei einer Insulinresistenz lehnen die Zellen das vorhandene Insulin nach und nach ab. Dies wird vom Körper nicht erkannt und führt zu einer erhöhten Produktion von Insulin. Durch die über die Jahre hinweg erhöhte Produktion, stellt sich eine Erschöpfung der Langerhansschen Inseln ein

Sie können was tun

Da Symptome erst sehr spät auftreten, sollten Sie mittels des Risikotests FINDRISK (Fragebogen zur Feststellung des Diabetes Risikos, nicht für Typ-1) Ihr persönliches Risiko kennen und ggfs. in Absprache mit Ihrem Arzt handeln!

Nutzen Sie auch die von den Krankenkassen unterstützten Vorsorgeuntersuchungen wie z. B. den Gesundheits-Check ab 35, der einen Diabetes-Test beinhaltet und alle zwei Jahre kostenfrei in Anspruch genommen werden kann.

Typische Symptome für Typ-2-Diabetes:

Sehr häufig:
Müdigkeit, Antriebsarmut, vermehrter Harndrang, gesteigertes Durstgefühl und Infektionen (z. B. Harnwegsinfekte, Abszesse).

Selten:
Trockene Haut, schlecht heilende Wunden (insbesondere an Händen und Füßen), Sehkraftveränderungen im Tagesverlauf oder Gefühllosigkeit an Händen und Füßen.